Samstag, 17.11.2018 10:37 Uhr

Die kulinarische Wüste

Verantwortlicher Autor: Herbert M. Lukele Wien, 19.06.2018, 13:56 Uhr
Presse-Ressort von: Herbert Lukele Bericht 5970x gelesen

Wien [ENA] Trotz der nicht enden wollenden Koch Shows und Starköche, die versuchen auch dem gemeinen Volk etwas an Esskultur zu vermitteln, ist der Istzustand der kulinarischen Bildung eine reine Katastrophe. Es stellt sich langsam die Frage ob die Bildung im Bereich Lebensmittel und Esskultur politisch erwünscht ist? Haben große Lebensmittelkonzerne Interesse an Konsumenten die selbst und frisch kochen? Ich denke nicht!

Sehen wir uns doch die Lebensmittelindustrie genauer an. Was ist ihr Ziel? Ihr Ziel ist die höchst mögliche Marktdurchdringung mit ihren Fertigprodukten wie Packerlsuppen, Tiefkühlkost, Konserven, Saucen und Halbfertiggerichten. Egal ob Nestle, Unilever, Danone, British Food u.v.a - sie alle produzieren mit billigsten Zutaten und enormen Lebensmitteltechniken, die nichts mehr mit ehrlich zubereiteter Kost zu tun hat. Die Allergenangabenpflicht in der Gastronomie sind hier ein Beschleuniger, denn schon bieten sie Convinience Food mit Allergenaufdruck in Restaurants an. Wozu sich also selbst die Mühe machen, wenns auf der TK Ware ohnehin steht. Was ist das Ergebnis? Heute kann jeder ein Restaurant aufmachen.

Ein gelernter Koch ist nicht mehr erforderlich. Nach einer kurzen Einschulung durch den Lieferanten, wird alles im Ofen, Wasserbad oder Salamander fertiggestellt. Einfach aus der Packung nehmen und rein in den Konvektomat. Nach einigen Minuten ist alles fertig. Etwas Petersilie als Deko und raus zum Gast! Ja und es funktioniert! " Prinzipiell essen die meisten Gäste jeden Dreck" erklärte mir ein Sternekoch während eines Interviews. " Wenn ich ihnen eine perfekt gemachte Suppe serviere, habe ich schon Reklamationen, da die meisten Gäste den Geschmack einer echten Suppe nicht mehr kennen. Sie sind mit Packersuppen aufgewachsen, die mit Suppen nichts gemein habe. Das bildet aber deren Geschmack und den wollen sie immer haben!"

Die Lebensmittelindustrie züchtet sich mit seinen Geschmacksverstärkern, chemischen Zaubermitteln und sonstigen Dreck der billig ist, seine Kunden schon im Kindheitsalter. Ich sehe in der Früh Eltern mit Kleinkindern bei MC Donalds sitzen und Burger oder das was diese Firma als Burger verkauft, essen. Im Supermarkt kaufen Menschen jede Menge Fertigprodukte und denken nicht an die gesundheitschädlichen Auswirkungen. Über Esskultur sollte man so und so nicht mehr sprechen. Die Leute lümmeln am Tisch, reden mit vollem Mund und benehmen sich wie abartige Wesen. "Die Masse interessiert sich weder für internationale Politik, noch für Lebensmittel oder Gesundheit. Das wäre sehr zeitaufwändig und man müsste sich dazu überwinden.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.